Russland und der Westen

Nach der Wahl, die eigentlich keine war, wird Wladimir Putin auch die nächsten sechs Jahre in Russland als Präsident regieren und das Land höchstwahrscheinlich auf Kriegskurs halten. Doch wie konnte es eigentlich dazu kommen, dass Russland sich nach dem Zerfall der Sowjetunion zu einer revisionistischen Macht mit imperialen Ansprüchen entwickelte und immer deutlicher ein repressives Staatsprojekt Putinscher Prägung verfolgte?

Antworten gibt Katharina Bluhm in ihrem Buch über Ideologie, Ökonomie und Politik des Landes seit 1990. Die Soziologin analysiert u.a. die Auseinandersetzungen zwischen Reformkommunisten und Liberalen sowie die illiberal-konservative Gegenbewegung zur Westintegration. Sie zeigt, wie sich diese Bewegung in den 2000er Jahren im russischen Parteiensystem etablieren und schließlich Einfluss in der Regierung entfalten konnte. Dabei wird deutlich, dass der Putinismus wohl nicht mit Putin verschwinden wird – und dass es ihm vor allem darum geht, eine gegen den liberalen Westen gerichtete multipolare Weltordnung zu schaffen.

„Katharina Bluhm analysiert brillant, wie sich in Moskau über Jahrzehnte ein “illiberaler Konservatismus” etablierte und worum es dem kriegsführenden Präsidenten wirklich geht.“

Florian Keisinger, Süddeutsche Zeitung

Key Facts

  • Autorin: Katharina Bluhm
  • Verlag: Matthes & Seitz
  • Erschienen am 2. November 2023
  • Seiten: 490
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