Demokratie und Öffentlichkeit im 21. Jahrhundert – zur Macht des Digitalen

Elon Musks Experiment mit Twitter wirft derzeit einige Fragen auf, die eigentlich bereits seit längerem von Relevanz sind: Was bedeutet der digitale Strukturwandel der Öffentlichkeit für die Demokratie? Welche Rolle können und sollten Plattformen wie Twitter im öffentlichen Diskurs spielen? Und wie sehr sollte der digitale Raum staatlich reguliert werden, um Desinformation und Manipulation vorzubeugen? Mit diesen Fragen setzt sich auch ein aktueller Sammelband auseinander, der dank Open Access komplett und kostenlos verfügbar ist.

In den 17 Beiträgen des Bandes verhandeln Wissenschaftler:innen aus verschiedenen Disziplinen eine breite Palette an Themen: vom allgemeinen Wandel der Öffentlichkeit durch die Digitalisierung, über einzelne Aspekte wie Big Data, Datenschutz oder die KI-getriebene Kuratierung von politischen Inhalten, bis zur rechtlichen Dimension und Regulierungsversuchen wie das NetzDG oder den Digital Services Act der EU. Besonders spannend, gerade mit dem aktuellen Blick auf Twitter, ist eine enthaltene Fallstudie zu Brasilien und wie die sozialen Medien und Desinformation dort zum Wandel der politischen Landschaft beigetragen haben – wodurch jemand wie Jair Bolsonaro 2018 überhaupt erst Präsident des Landes werden konnte.

Key Facts

  • Herausgeber: Indra Spiecker gen. Döhmann, Michael Westland & Ricardo Campos
  • Verlag: Nomos
  • Erschienen am 14. September 2022
  • Seiten: 374
  • Download: hier
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